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Watt ääm zufallt

NEUERSCHEINUNG! September 2018

 

80 Seiten | fest gebunden | Edition Saarflugblätter 2018 | Format ca. 13,5 x 21 cm | durchgehend farbig illustriert
Das Buch ist in bibliophilem  Privatdruck erschienen und nicht im Buchhandel erhältlich. Anfragen per E-Mail!

 

Mundart ist meistens ja gesprochene Sprache. Das macht diese besondere Form des Deutschen oft so schwer zu lesen. Mit Hilfe der neuesten Technik ist es nun relativ einfach möglich, einen der Texte des neuen Buches als Tondatei bereitzustellen. Ein Klick auf nebenstehendes Bild mit 'vafonk' ermöglicht  es, den gleichnamigen Text aus dem neuen Buch 'Watt ääm zuufallt' als Tondatei (im mp3-Format) - vorgetragen durch den Autor Patrik Feltes - vorgelesen zu bekommen. Nachlesen kann man das dann im Buch auf Seite 54.

Aus der Vorbemerkung des neuen Buches 'Watt ääm zuufallt:

Ohne dass es in dem neuen Buch 'Watt ääm zufallt' keinen eigenen Text gibt, der sich direkt mit dem Thema Heimat befasst, ist es voller Reminszenzen an das, was 'Heimat' in Wirklichkeit bedeuten könnte. Die zahlreichen Bilder und verschiedenen Texte umspielen dieses Thema und versuchen, sich ihm in verschiedener Weise anzunähern. Man kann sich mit diesem Buch einlassen auf 'Heimat' und wird am Ende eine bessere Vorstellung von ihrer Vielseitigkeit bekommen.
Das Empfinden für etwas, was einem ‚Heimat‘ bedeutet, hat viel zu tun mit einem neugierigen und offenen Blick auf Menschen, Häuser und Gegenstände, Dinge, Tiere, aber auch Gerüche, Geräusche und musikalische Wahrnehmungen, die einem unterkommen und bei denen man sich vor allem spontan wohl fühlen kann. ‚Heimat‘ kann niemand sagen, für sich ‚gepachtet‘ zu haben. Auch das Geborensein in einer bestimmten Weltgegend mit einem Stammbaum, der vielleicht bis in das Jahr 902 zurückreicht, rechtfertigt noch kein Anrecht auf eine bestimmte Weltgegend, die ‚Heimat‘ ist.
‚Heimat‘ kann erfahrbar sein zum Beispiel in einem großen Gasthaushund, der beim Betreten der Wirtsstube schlafend ausgestreckt in der Ecke liegt, während dicht daneben einige Stühle herumstehen auf denen ein paar Tischdecken zusammengefaltet abgelegt wurden. ‚Heimat‘ ist vielleicht auch ein freundliches Aufgenommenwerden am Ticket-Tresen, wenn man bemerkt, dass sein Gegenüber nicht in französisch, sondern in Mundart angesprochen werden kann und sich ein Lächeln im Gesicht der Tickethüterin unmittelbar abzeichnet.
Immerhin sind alle Texte dieses Buches Ausdrucksformen dessen, was man als ‚Heimat‘ bezeichnen könnte, die es gilt, auf keinen Fall solchen Unkenrufern zu überlassen, die  sich diese Begrifflichkeit auf ihre Fahnen schreiben, ohne richtig zu begreifen, was ‚Heimat‘ für ein besonderes Gefühl, ja Lebensgefühl darzustellen vermag. Es ist wieder ‚IN‘ geworden ‚Heimat‘ zu thematisieren. Regionale Aktivitäten oder auch Produkte locken potenzielle Käufer an, ‚Heimat‘ wird über spezielle Wanderwege und Panoramapfade touristisch erfahrbar gemacht.  Dabei ist ‚Heimat‘ immer ja auch etwas Individuelles, etwas, das abhängig ist, von einem ganz spezifischen Weltzugang, Seelenzugang. De krachlederne Hose, der steirische Janker, das friesische Streifenhemd sind Ausdrucksformen von ‚Heimat‘, aber eigentlich nicht zwingend erforderlich, um das, was ‚Heimat‘ meint, zu erspüren.
Meine moselfränkische Muttersprache findet so beispielsweise ‚Geheichnis‘ als den am ehesten bedeutungstragenden Ausdruck, der für ‚Heimat‘ stehen könnte. ‚Geheichnis‘ mit seinem inneren wie äußeren Behaustsein tangiert Empfindungen, Erinnerungen und Assoziationen, die für einen und viele ‚Heimat‘ sein können. Das unterstreicht dann auch, dass ‚Heimat‘ und das damit verbundene Empfinden nichts mit Ausgrenzung zu tun hat, sondern eher integrierend ausgerichtet ist. Aus diesen Stimmungen heraus ist dieses Buch entstanden. Es versucht sie sichtbar zu machen und die bestimmten Emotionen mit den Text- und Bildkombinationen zu erschließen. Somit sei an dieser Stelle allen geneigten Lesern eine angenehme Lektüre gewünscht und ebenso ein angenehmes Blättern zwischen den zahlreichen Bildern dieses Buches, die immer vor Ort entstanden sind.
Am Ende dieser eher oberflächlichen  Gedanken zum Thema ‚Heimat‘ hier noch ein Verweis auf  Seite 73 dieses Buches. Hier findet sich ein alexandrinisches Sonett, das versucht, die ganze Misere, die der Begriff ‚Heimat‘ derzeit auch mit sich führt, auszusprechen. Das Sonett äußert zu Recht, dass ‚Heimat‘-Bekenntnis nichts mit Ausgrenzung und Hass zu tun hat, sondern die aneignende Wertschätzung einer Lebensweise sein kann. Sie ist  stets bezogen auf Lebenswelt, Menschen, Lebensraum und lebt von Offenheit, Unfertigkeit, Neugierde jedes Einzelnen. Zu ‚Heimat‘ gehören Lebensart, Regionale Kultur, Küche, Kulinarik, aber auch Empfindung, Gefühl, Geheichnis. Die Sprache der ‚Heimat‘ drückt sich am Besten aus in  den regionalen Mundarten , Soziolekten, aber auch in Kunst und Musik, Erinnerungen, Düften und Stimmungen, die immer gerne hervorgeholt werden sollten.

 

 

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©  Patrik H. Feltes